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Urban Storage – wie fügen sich Selfstorage-Lager besser in das soziale Stadtgefüge ein?

31. Januar 2019
Juliana Knoblich
Dinge & Lagern
Wissenschaftliche Arbeiten

Mit der Typologie und Entwicklung von Selfstorage hat sich Juliana Knoblich in ihrer Masterthesis, mit dem Titel „URBAN STORAGE“, beschäftigt. Die Studentin am Institut für Architektur der TU Berlin setzte sich dabei mit Themen wie der Architektur und der Integration der Lagerräume in das soziale Stadtgefüge auseinander. Ihr Entwurf sieht es vor, die Selfstorage-Gebäude als gesellschaftlichen sowie informellen Treffpunkt für seine Nutzer zur Verfügung zu stellen. Einen kleinen Einblick in ihren Entwurf könnt ihr jetzt auf dem Platzprofessor lesen: 

 

Die zunehmende städtebauliche Dichte minimiert unseren Wohnraum rasant oder verwandelt zusätzliche Quadratmeter in ein absolutes Luxusgut. Neue Wohnungsbauten verfügen selten über Kellerabteile bzw. Dachböden. Gleichzeitig wird das Leben in unserer Gesellschaft immer schnelllebiger und globaler. Dieser Sachverhalt führt dazu, dass sich Selfstorage-Lager in unseren Wohngebieten ausbreiten, um Platz für unsere DINGE zu schaffen. Selfstorage-Lager beherbergen die Identität der Nutzer oder Aussagen über die Tätigkeiten der Bewohner des angrenzenden Kiezes. Trotzdem präsentieren sie sich nach innen sowie außen als tote Orte. Die Nutzungsfrequenz dieser Lager ist nicht gering, trotzdem verfügt die Architektur bis jetzt über keinen Raum zum Austausch oder Aufenthalt. Neben Typologien wie zum Beispiel Einkaufszentren und Einrichtungshäusern ist auch das Selfstorage-Lager in den letzten Jahren aus den Vororten und Randgebieten in unsere Städte gezogen und profitiert somit von Zentralität, neuen, nachhaltigen Lieferformen und einer besseren Erreichbarkeit. Sollte eine derart große Konstruktion in unserem unmittelbaren Umfeld sich nicht besser in das soziale Stadtgefüge integrieren, um dessen urbanen Standort rechtfertigen zu können?

 

Der Entwurf sieht es vor, der Nachbarschaft einen Ort für ihre Projekte zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig als informeller Treffpunkt zu fungieren. Außerdem soll ein Ort geschaffen werden, welcher die Nutzer ihr eigenes Konsumverhalten kritisch betrachten lässt. Das Gebäude verfügt über Werkstätten, in denen gebrauchte Möbel sowie Elektrogeräte wiederaufgearbeitet werden können, um dann verkauft zu werden. Somit besteht ebenfalls die Möglichkeit ausrangierte Gegenstände des eigenen Lagerbestands an die direkte Nachbarschaft abzugeben.

Um den Entwurf als einen Prototyp für weitere urbane Lagerhäuser zu definieren, wurden im Rahmen der Recherche die maßgebenden Charakteristika bestehender Selfstorage-Lager analysiert und im Entwurfsprozess der „neuen“ Typologie angewendet. Es wurde dabei von einem Grundkörper in seiner maximalen Größe ausgegangen, welcher sich aus dem Lagerkern und zwei Treppenhauskernen zusammensetzt. Diese Struktur ließ sich auf 19 der 20 bestehenden Selfstorage-Lager-Grundstücke in Berlin einsetzen und stellt damit eine realistische Größenordnung für das urbane Lager dar.

Der Entwurf schafft eine hybride Typologie des Lagers. Der im Erdgeschoss aufgenommene Rundgang zirkuliert dabei über eine Rampe in den fünf Regelgeschossen um die Skulptur des Lagers. Auf dem Weg nach oben, durchläuft man auf jedem Geschoss eine „soziale“ Station, die sich wie eine weiche, sich öffnende Hülle über den effizienten Kern des Gebäudes legt.

Jedes Lagergeschoss verfügt über Balkone, die über die offene Erschließungszone mit den sozialen Funktionen des Gebäudes kommunizieren. Diese haben die Funktion, sich mit seinem Lagerbestand auseinanderzusetzen zu können und gegebenenfalls Dinge an das direkte Umfeld abzugeben.
Bereits von der Straße aus wird die verschobene Stadtebene durch die transparente Fassade im Bereich der Rampen als öffentlicher Raum sichtbar. Ebenfalls dient die öffentliche Zwischenzone als klimatische Pufferzone zwischen beheizten Räumen und dem Außenraum.

 

Copyright Bilder: Juliana Knoblich 

Juliana Knoblich

Juliana Knoblich wurde in Hamburg geboren. Sie studierte Architektur an der Universität Siegen, der Technischen Universität Berlin und der Universidad de Buenos Aires. Im Rahmen ihrer Masterarbeit analysierte sie die Typologie der Self-Storage Gebäude und entwarf eine hybride, urbane Form dieser Institution.

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