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Lese-Tipp: Zukunftsträchtige Nachverdichtung mit Sinn für Design

02. November 2020
Platzprofessor Redaktionsteam
Stadt & Architektur
© Stefaan van Parys

Die Suche nach den eigenen vier Wänden ist in vielen deutschen Städten nahezu ein Ding der Unmöglichkeit geworden. Um mehr bewohnbaren Platz zu schaffen, kann Nachverdichtung eine gute Lösung sein: Das bedeutet, freistehenden Flächen zu nutzen sowie bereits bestehende Häuser zu erweitern. Jo Klein Architekten beschäftigen sich in Berlin mit der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, der wirtschaftlich rentabel ist und sich elegant in das Stadtbild einfügt.

Erweiterung durch Nachverdichtung

Laut dem Architekten Jo Klein gibt es in der Theorie drei verschiedene Möglichkeiten, um auf den stetigen Zuwachs in die Städte zu reagieren: Durch die Erweiterung der Stadt in die Breite, die Höhe oder in die Dichte. Doch in der Praxis sieht das anders aus. Um die Wälder und Grünflächen um die Stadt herum nicht zu zerstören oder weiter zurückzudrängen, sollte die Expansion der Stadt in die Breite wohl das letzte Mittel der Wahl sein. Die Lösung ist vielmehr das Wachstum sowohl in die Dichte, als auch in die Höhe - eine Maßnahme, die vor allem auch das Wohnraumangebot in den attraktiven Innenstadtlagen steigert.

Übergeordnetes Ziel der Nachverdichtung ist es, auf möglichst geringer Fläche so viel Wohnraum wie möglich zu schaffen. In Amerikas Großstädten ist diese Überzeugung bereits zum Trend geworden. Seit einigen Jahren schon steigen Nachfrage und Angebot sogenannter Microwohnungen. Das bezahlbare Leben auf kleinstem Raum ist auch die Grundidee des neuen Projekts von Jo Klein in der Belforter Straße in Berlin-Prenzlauer Berg: In einer nur 4,80 Meter breiten Baulücke kreiert Klein auf fünf Stockwerke vier Zweizimmerwohnungen, eine Dachgeschoss-Maisonette sowie eine Gewerbe- und Bürofläche.

Jeden Zentimeter nutzen

Vor allem in Bezug auf die Nachhaltigkeit hat die Stadtverdichtung gegenüber der Erweiterung in die Breite viele Vorteile. So können beispielsweise die schon bestehenden sozialen und technischen Infrastrukturen genutzt werden. Auch die Nutzung von bereits bestehendem Baumaterial kann Material- und Heizkosten sparen. Beim Schließen von Baulücken etwa werden die Wände der Nachbargebäude in den Neubau integriert.

Hinzu kommt, dass die neuen Gebäude durch die kleinen Grundflächen platztechnisch sehr durchdacht sein müssen. Oberste Priorität ist es, jeden Zentimeter optimal auszunutzen. Auch das kommt der Umwelt zugute. Perfekte Planung und Erweiterungen durch Erker lassen die Wohnungen trotzdem nicht erdrückend wirken. Große Glasfassaden geben den Zimmern Weite und wirken zusätzlich modern und ansprechend.

Hoch hinaus, statt mittendrin

Doch auch die Nachverdichtung stößt in den immer beengter werdenden Stadtzentren des Öfteren an ihre Grenzen. Letzte Grünflächen und Freiräume gehen verloren, Luftschneisen sind kaum noch vorhanden. Erhöhte Feinstaubkonzentration und sogenannte Wärmeinseln sind die Konsequenz. Klein empfiehlt daher, auch die Erweiterung in die Höhe nicht außer Acht zu lassen. Denn frühere begrenzende Momente, wie etwa die wenig fortgeschrittene Aufzugtechnologie oder zu kurze Feuerwehrleitern gehören ja schon lange der Vergangenheit an. Und in vielen Großstädten der Welt zählen die obersten Etagen zu den begehrtesten Wohnlagen.

Mehr zum Thema „Zukunftsträchtige Nachverdichtung“ findet ihr hier im Artikel der Architektur Zeitung.

Platzprofessor Redaktionsteam

Das Redaktionsteam hinter dem Platzprofessor recherchiert laufend aktuelle Trends und Themen rund um das Thema Platz. Die RedakteurInnen sind immer auf der Suche nach spannenden Projekten und Beiträgen, die als Link-Tipp auf dem Platzprofessor veröffentlicht werden, initiieren Gastbeiträge und verfassen Artikel zu ausgewählten Themen.

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