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Lese-Tipp: Nachverdichtung – Tetris spielen beim Städtebau

11. Februar 2020
Platzprofessor Redaktionsteam
Stadt & Architektur

Das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr zeichnete im „Landeswettbewerb 2019 für den Wohnungsbau in Bayern“ zwölf Nachverdichtungsprojekte aus. Auffällig viele Projekte stammen dabei aus der Landeshauptstadt München. Drei davon stellen wir hier kurz vor:

In vielen Großstädten wird es immer enger. Beim Bauen von neuen Gebäuden ist also Kreativität gefragt. Das Zauberwort heißt: Nachverdichtung! Nachverdichten bezeichnet die Nutzung von freistehenden Flächen und die Erhöhung und Vergrößerung bereits bestehender Häuser und stellt somit ein Gegenkonzept zum Bauen in Stadtrandgebieten dar. Oft stehen die Stadtbewohner solchen Nachverdichtungs-Maßnahmen kritisch gegenüber – noch mehr Menschen und noch mehr Beton auf noch weniger Fläche. Doch es gibt auch positive Beispiele: Neue Fassaden, die sich perfekt in die Optik von Bestandsgebäuden aus vergangenen Jahrhunderten einfügen oder moderner Schallschutz, der auch Freiflächen in der Nähe viel befahrener Straßen bebaubar und vor allem bewohnbar macht. Manchmal entstehen durch solche Nachverdichtungs-Maßnahmen auch ganz neue Grünflächen.

Näher zusammenrücken in Haidhausen

Zwei Neubauten mit insgesamt 66 Wohnungen entstanden zwischen der Versailler Straße und der Braystraße. Die dort bereits vorhandenen Gebäude stammen größtenteils aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Architekten entwarfen zwei freistehende Bauten, die sich perfekt in das Bild einfügen und dem Bereich zu neuem Glanz verhelfen. Umgesetzt wurde dies zum Beispiel durch Grünflächen, die rund um die neuen Wohnhäuser entstanden – so wird keine Lebensqualität eingebüßt.  

Frischer Wind in Berg am Laim – günstige Apartments für Azubis

Die letzte Lücke im Quartier rund um den Piusplatz in Berg am Laim schließt ein markanter Komplex. Ein sechsgeschossiges Bauwerk mit einem achtgeschossigen Hochpunkt. Darin zu finden: 91 Apartments für Auszubildende und 27 weitere bezahlbare Wohnungen. Zum Quartier gehören außerdem eine Kindertagesstätte, Geschäfte und eine Tiefgarage. Aber nicht nur der neue Komplex gehört zum ausgezeichneten Konzept, auch die Sanierung und der Ausbau des bereits bestehenden Quartiers wurden bei der Planung berücksichtigt. Die Bewohner des Viertels profitieren nun zum Beispiel von schöneren Außenanlagen und Schallschutzbebauung.

Wohnen statt Parken – 150 neue Wohnungen in Allach

Ein weiteres preisgekröntes Beispiel ist die Anlage „neue Gerberau". Auf einem riesigen ehemaligen Firmenparkplatz findet man nun 150 Eigentumswohnungen statt 1.400 Parkplätzen. Solche Neubaugebiete wie die neue Gerberau, die auf Industriebrachen oder früheren Kasernenarealen gebaut werden, prägen das Münchner Stadtbild am Meisten. Hier wurde das Konzept perfekt umgesetzt, weil die Anlage nicht den typischen uniformen Eindruck solcher Bauten erweckt. Bodentiefe Fenster, Grünanlagen und ganzseitig umlaufende Balkone lockern das Bild auf.

Weitere Beispiele für die gelungenen Bauprojekte findet ihr im Artikel der Süddeutschen Zeitung.

Platzprofessor Redaktionsteam

Das Redaktionsteam hinter dem Platzprofessor recherchiert laufend aktuelle Trends und Themen rund um das Thema Platz. Die RedakteurInnen sind immer auf der Suche nach spannenden Projekten und Beiträgen, die als Link-Tipp auf dem Platzprofessor veröffentlicht werden, initiieren Gastbeiträge und verfassen Artikel zu ausgewählten Themen.

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